Von Astorga nach Santiago
Seit dem neunten Jahrhundert machen sich Tausende von Pilgern aus ganz Europa auf den Weg zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela. Der Sternenweg führt Sie auf herrlichen Etappen durch die kontrastreichen Landschaften der Pyrenäen bis zum ersehnten Ziel Santiago. Sie pilgern durch karges Bergland und endlose Weiten. Sie durchstreifen die Vorberge der Pyrenäen im Norden, das berühmte Weinbaugebiet La Rioja, die weiten Landschaften der kastilischen Hochebene Meseta und die tiefgrünen Berglandschaften Galicien. Sie sind auf dem Herzstück des Jakobsweges unterwegs. Ein Weg, der Sie durch das Land und gleichzeitig nach Innen führt. Pilgern ist ein guter Weg zu sich selbst. Sie nehmen sich Zeit ... die schöne Kleinstadt Astorga hat viel zu bieten. Neben dem historischen Rathaus und einer schönen Kathedrale können Sie den von Antoni Gaudí im neogotischen Stil entworfenen, teils bizarren Bischofspalast bewundern. Weiter geht es über den Rabanal-Pass, dem zweithöchsten Punkt des Weges [1.505 m], wo man ein kleines Eisenkreuz aufgestellt hat und die Pilger von zu Hause mitgebrachte Steine ablegen, nach Rabanal. Über Ponferrada mit Templerburg nach Villafranca, einer hübschen Kleinstadt mit einer Reihe an historischen Gebäuden und einer weiteren Templerburg. O'Cebreiro ist ein malerisch gelegenes Museumsdorf mit strohgedeckten Rundhäusern. Die galicische Landschaft zeigt sich hier kleinteilig, hügelig und vor allem grün. In den kleinen, rückständig anmutenden Dörfern erwarten Sie herzliche Bewohner. In Portomarín hat man Teile des Dorfes, durch den Bau eines Stausees bedingt, rund 100 m höher verlegt, darunter eine berühmte romanische Kirche. Am 13. Tag dann endlich Santiago. Es erwarten Sie zahlreiche Kirchen, unter anderem natürlich die Kathedrale mit dem Jakobsgrab und eine lebendige Altstadt mit ihrer ganz eigenen Mischung aus Einheimischen, Studenten und Pilgern. Im Pilgerbüro dürfen Sie sich nun Ihre verdiente »Compostela« [Pilgerurkunde] abholen.
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Bei einer Tagesleistung von ca. 20 km durchwandern Sie mehrere gebirgige Abschnitte mit entsprechenden Höhenmetern. Sie müssen aber nie mehr als 400 m im Aufstieg am Stück gehen, in der Regel sogar deutlich weniger. Die Tagesetappen können mit öffentlichen Bussen oder dem Taxi verkürzen werden. Wandererfahrung und eine entsprechende Grundkondition ist Voraussetzung.
Individuelle Anreise nach Astorga. Hier erwartet Sie bereits ein besonderer architektonischer Höhepunkt: Gaudís »Palacio Episcopal«, der eher einem Märchenschloss als einem Bischofspalast gleicht.
Eine der eindrucksvollsten Etappen am Camino de Santiago ... Durch die raue Landschaft der Maragatería geht es über den kleinen Ort El Ganso mit seinen strohgedeckten Dächern nach Rabanal del Camino. Im dortigen Benediktinerkloster können Sie abends dem Gottesdienst in gesungener gregorianischer Liturgie lauschen.
Von Rabanal aus geht es durch die unwirtliche, aber wahrhaft schöne Hügellandschaft zum berühmten Eisenkreuz »Cruz de Ferro«. Sie folgen dem Weg durch üppige Steineichenwälder ins malerische Molinaseca mit seinen stattlichen Bauernhäusern und der schiefergedeckten Renaissancekirche San Nicolás. Im Staubecken des Rio Meruelo können Sie sich den Staub des Tages von den Füßen waschen ...
Sie starten die längste Etappe Ihrer WanderReise in Richtung Ponferrada. Von weitem ist die beeindruckende Templerburg auf dem Schieferplateau zu erkennen. Vorbei an duftendem Ginster und blühendem Lavendel wandern Sie nach Villafranca del Bierzo. Hier besticht vor allem die wuchtige Burg aus dem 15. Jh., die Santiago-Kirche und die lebhafte Plaza Mayor mit ihren wappengeschmückten Adelshäusern. Genießen Sie den Abend in einer der zahlreichen Bodegas bei einem Gläschen Wein, schließlich ist das Bierzo-Gebiet für seine guten Tropfen bekannt.
Die Landschaft verändert sich, der weitläufigen Berglandschaft folgen schmale sattgrüne Täler, durch die sich der Rio Valcárcel schlängelt. Ihr heutiges Etappenziel Ambasmestas ist bald erreicht.
Die kürzeste, aber »schwierigste« Etappe steht an: Der Weg über den fast 1.300 Meter hohen Cebreiro-Pass. Genießen Sie den Ausblick ... In O'Cebreiro lohnt der Besuch des zu einem Museum umgebauten »Pelloza«, einem kleinen strohgedeckten Bauernhaus in der für dieses Gebiet typischen Bauweise. Erholen Sie sich am Abend bei der lokalen Köstlichkeit »Queso con Miel« [Frischkäse mit Honig] von den Strapazen des Tages.
Gut erholt machen Sie sich über die beiden Pässe Alto San Roque und Porto de Poio auf den Weg nach Triacastela. Auch wenn keine der drei namensgebenden Burgen die Zeit überdauert hat, so ist doch zumindest die Santiago-Kirche aus dem 18. Jh. einen abendlichen Bummel durch den Ort wert.
Sie wandern durch das dichte Grün Galiciens und erreichen auf halbem Weg das Städtchen Samos. Das Kloster San Julián, gegründet im 7. Jh. und somit eines der ältesten Klöster Spaniens, wartet mit seinen besonders sehenswerten Kreuzgängen auf. In Sarriá sollten Sie sich Zeit für einen Besuch der Altstadt mit ihren Kirchen Santa María und Del Salvador nehmen. Auch das etwas höher gelegene Kloster De la Magdalena sollten Sie nicht versäumen.
Über die steinerne Brücke Ponte da Aspera verlassen Sie Sarriá. Vorbei an zahlreichen kleinen Dörfern und den Ruinen Santa María de Loyo erreichen Sie das »neue« Portomarín. Das »alte« wurde in den 1960ern durch den aufgestauten Rio Miño überflutet und nur der Ruinenbogen der mittelalterlichen Brücke des alten Ortes ragt bei Trockenzeit noch aus dem Stausee. Die Kirche San Nicolás aus dem 13. Jh. wurde zuvor Stein für Stein abgetragen und auf einer Anhöhe wieder aufgebaut und auch die Kirche San Pedro wurde nicht den Wassermassen überlassen.
Die Farbenpracht der Heidelandschaft lässt Sie den sanft ansteigenden Weg in Richtung Palas de Rei leicht bewältigen. Kurz vor Ihrem heutigen Etappenziel sollten Sie noch einen kleinen Abstecher zur romanischen Kirche Vilar de Donas mit zarten Fresken und verzierten Kapitellen einplanen. Bald erreichen Sie Palas de Rei. Lassen Sie sich nicht vom Namen des Städtchens beirren, einen königlichen Palast werden Sie hier vergeblich suchen. Sehenswert sind jedoch die Hórreos, aus Holz oder Stein erbaute, traditionelle Speicher für Feldfrüchte.
Man würde meinen, mit der schwindenden Entfernung zum Ziel Santiago de Compostela sollte die Dichte der Kunst- und Glaubenszeugnisse steigen. Dem ist jedoch nicht so, und Ihnen bleibt ausreichend Zeit, dem eigentlichen Zweck des Pilgerweges folgend, in sich zu gehen – oder auch nur die Ruhe und die Schönheit der Landschaft zu genießen.
Sie verlassen Arzúa auf einem Weg durch üppige Gemüsegärten, grüne Wiesen und alte Eichen- und Eukalyptuswälder. Durch eine Reihe hübscher Bauerndörfer und kleiner Bachtäler geht es nach Rúa.
Die letzte Etappe, das lang ersehnte Ziel ist in greifbarer Nähe ... die leichte Steigung auf den Monte Gozo [Berg der Freude] werden Sie kaum spüren. Von hier oben können Sie bereits die Kathedrale von Santiago de Compostela erkennen. Die von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannte Altstadt bietet zahlreiche prächtige Klöster und Kirchen, schmucke Plätze, romantische Gassen und alte Markthallen, in denen die Bauern der Umgebung galicische Spezialitäten anbieten ... und natürlich die alles überragende, berühmte Kathedrale.
Ihre WanderReise am Jakobsweg geht zu Ende. Aber Santiago de Compostela hat noch viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, große und kleine, und ist durchaus einige Verlängerungsnächte wert.
Reiseart
Einzelreise
Reisedauer
14 Tage / 13 Nächte
Reisetermine
täglich von April bis Oktober
Preis
ab € 735,— pro Person im DZ/ÜF