Von Burgos nach Astorga
Seit dem neunten Jahrhundert machen sich Tausende von Pilgern aus ganz Europa auf den Weg zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela. Der Sternenweg führt Sie auf herrlichen Etappen durch die kontrastreichen Landschaften der Pyrenäen bis zum ersehnten Ziel Santiago. Sie pilgern durch karges Bergland und endlose Weiten. Sie durchstreifen die Vorberge der Pyrenäen im Norden, das berühmte Weinbaugebiet La Rioja, die weiten Landschaften der kastilischen Hochebene Meseta und die tiefgrünen Berglandschaften Galicien. Sie sind auf dem Herzstück des Jakobsweges unterwegs. Ein Weg, der Sie durch das Land und gleichzeitig nach Innen führt. Pilgern ist ein guter Weg zu sich selbst. Sie nehmen sich Zeit ... von der kunsthistorisch bedeutsamen Stadt Burgos geht es über Hornillos nach Castrojeriz. Der kleine, bezaubernde Ort beeindruckt mit seinen vielen Kirchen sowie einer Burgruine und wirkt wie eine Oase in der weiten Meseta-Landschaft. Frómista beheimatet eine der schönsten romanischen Kirchen des gesamten Pilgerweges. Über Sahagún mit seinen ungewöhnlichen Backsteinbauten und ganz speziellem Flair geht es weiter zur alten Königsstadt León. Ähnlich wie Burgos verfügt auch León über eine beeindruckende Altstadt mit einer Vielzahl an Prachtbauten. Unbedingt empfehlenswert ist ein Besuch der Kathedrale und der Kirche St. Isidoro, welche als Königsgrabstätte diente. Ihr Ziel ist die schöne Kleinstadt Astorga. Neben dem historischen Rathaus und einer schönen Kathedrale können Sie den von Antoni Gaudí im neogotischen Stil entworfenen, teils bizarren Bischofspalast bewundern.
© Foto: Span. FVA München
Bei einer Tagesleistung von ca. 20 km durchwandern Sie mehrere gebirgige Abschnitte mit entsprechenden Höhenmetern. Sie müssen aber nie mehr als 400 m im Aufstieg am Stück gehen, in der Regel sogar deutlich weniger. Die Tagesetappen können mit öffentlichen Bussen oder dem Taxi verkürzen werden. Wandererfahrung und eine entsprechende Grundkondition ist Voraussetzung.
Individuelle Anreise nach Burgos. Die Stadt unterhalb einer Burgruine glänzt mit mittelalterlicher Romantik, prachtvollen Bauten und platanengesäumten Promenaden. Unbestrittener und unübersehbarer Mittelpunkt ist die Kathedrale Santa María, die drittgrößte Spaniens nach Sevilla und Toledo.
Vorbei an den Ruinen des Klosters San Antón wandern Sie durch die weitläufige Meseta bis Hontanas und folgen dem Rio Pisuerga in den bedeutenden Pilgerort Castrojeriz, der vermutlich schon in der Westgotenzeit im 5. Jahrhundert gegründet wurde. Die Kirchen Virgen del Manzano und San Juan zeugen noch heute von der einstigen Größe des Ortes. Sollten Sie Gelegenheit dazu haben, probieren Sie doch die kulinarische Köstlichkeit »Tarta del Peregrino«, eine zwar kalorienreiche Leckerei, aber bei Ihrem täglichen Marschprogramm sicherlich kein Problem ...
Die längste Etappe Ihrer WanderReise am Jakobsweg endet heute in Frómista. Frómista ist ein kleiner Ort, der fast etwas verloren wirkt. Doch die prächtige Kirche San Martín, einziger Überrest eines im 11. Jh. gegründeten Benediktinerklosters und eine der wichtigsten romanischen Kirchen am Jakobsweg, lässt Sie schnell erkennen, dass Frómista ein Pilgerzentrum erster Güte ist.
Durch fast endlose Weiten, über Weizenfelder und vorbei an weidenden Schafherden erreichen Sie die Kleinstadt Carrión de los Condes am Ufer des Río Carrión. Mehrere Kirchen sowie das ehemalige Benediktinerkloster San Zoilo, das stadtauswärts am gegenüberliegenden Ufer des Carrión liegt, prägen das Ortsbild. Kleine Tavernen laden zu einem wohlverdienten Gläschen Wein ...
Auf einer alten gepflasterten Römerstraße führt Sie Ihr Weg durch sanftes, fast endlos scheinendes Terrain. Goldgelbe Kornfelder und sattgrüne Baumzeilen begleiten Sie und schon bald ist der kleine Ort Calzadilla de la Cueza erreicht.
Vorbei an der Eremita Virgen del Puente geht es hinein nach Sahagún, das vor allem Liebhaber maurisch anmutender Backsteinkirchen erfreuen wird. Die Kirchen San Tirso [11. Jh.], San Lorenzo und La Trinidad [beide aus dem 13. Jh.] wurden ebenso wie das Franziskanerkloster La Peregrina in diesem Stil errichtet. Etwas außerhalb von Sahagún liegt ein sagenumwobenes Pappelwäldchen, dessen Entstehung – wie so oft auf dem Jakobsweg – auf einer Legende beruht.
Ein platanenbestandener Weg führt Sie nach El Burgo Ranero mit seinen für diese Region typischen strohgedeckten, weißgetünchten Lehmziegelbauten. Die hübsche kleine Kirche bildet mit Ihrer ziegelroten Backsteinfassade den Mittelpunkt dieses Ortes.
Sie folgen dem Real Camino Francés und erreichen bald die weite Flussebene des Rio Esla, an dem Ihr nächstes Etappenziel Mansilla de las Mulas liegt. Die fast vollständig erhaltenen, mächtigen Stadtmauern stammen aus dem 12. Jh. und prägen das Ortsbild.
Kurz nach Mansilla de las Mulas sollten Sie einen kurzen Abstecher zum mozarabischen Kloster San Miguel de Escalada aus dem 10. Jh. einplanen. Ihr nächstes Etappenziel ist bereits die Königs- und Universitätsstadt León mit ihrer attraktiven, engwinkeligen Altstadt. Der berühmte katalanische Architekt Antoni Gaudí hat hier den neogotischen Palast Casa de Botines erbauen lassen. Zahlreiche weitere Bauwerke wie der Palacio de los Guzmanes, die Real Basílíca de San Isidoro und die Kathedrale Santa María de Regla werden Sie staunen lassen. Oder legen Sie eine verdiente Ruhepause im Jardin de San Francisco ein.
Vorbei am ehemaligen Kloster San Marcos [heute ein Luxushotel] verlassen Sie León und überqueren den Rio Bernesga. Kurz hinter León lohnt der Besuch der Marienwallfahrtskirche Virgen del Camino mit ihren 13 Bronzefiguren [12 Apostel und Maria]. Der Weg führt Sie weiter nach Villadangos del Páramo mit Santiago-Kirche und der berühmten Statue »Santiago Matamoros«.
Von Villadangos aus geht es über Hospital de Orbigo zum Ziel Ihrer Reise nach Astorga. Langsam verändert sich auch die Landschaft: Von üppigen Feldern zu waldreichen Hügeln und zu fernen Bergketten. Bald ist Astorga erreicht und wartet mit einem besonderen architektonischen Höhepunkt auf: Gaudís »Palacio Episcopal«, der eher einem Märchenschloss als einem Bischofspalast gleicht. Zum Abschluss Ihrer WanderReise am Jakobsweg sollten Sie noch den grandiosen Ausblick von der Stadtmauer über das weite Land genießen und sich eine süße Köstlichkeit der Region, das Buttergebäck »Mantecada«, gönnen ... verdient haben Sie es sich!
Ihre WanderReise am Jakobsweg neigt sich dem Ende zu. Gerne buchen wir Ihre Verlängerungsnächte in allen Etappenorten. Oder Sie setzen Ihre WanderReise mit Block 3 fort, der Weg führt Sie bis Santiago de Compostela ...
Reiseart
Einzelreise
Reisedauer
12 Tage / 11 Nächte
Reisetermine
täglich von April bis Oktober
Preis
ab € 645,— pro Person im DZ/ÜF