Wird das Rad mein Weg?

Die Geschichte eines Rad-Neulings: Episode 1 von 7

Wir schauen heute und in den folgenden sechs Ausgaben unseres Newsletters dem Rad-Neuling und Best Ager Harry über die Schulter. Welche Ziele kann und wird er sich für seinen Einstieg ins RadReisen setzen? Was wird ihn beschäftigen? Und vor allem: Wird er sich speziell darauf vorbereiten? Muss er das denn? Und wird er schließlich wirklich losfahren? Aber eines nach dem anderen. Auch seine [Rad-]Reise beginnt im Kopf und in seiner aktuellen Lebenssituation.

Wird das Rad mein Weg? Die Geschichte eines Rad-Neulings.

Anfangen!? Aber wie? © Foto: photocase, Kinkimono


Episode 1: Die Pforte

Wer sagt denn, dass das um den Block joggen unbedingt sein muss, wenn's mir keinen Spaß macht? »Wechsle doch die Perspektive, Mensch«, sagte ich mir. »Bewegung ist das Thema und nicht der Lauf-Boom! Und du hast doch immer gern Neues gesehen, richtig? Also fass dir dein Büroherz und schau dich um.«

Ein beruhigender Anfang; nur habe ich die Rechnung ohne meinen inneren Schweinehund gemacht, und der kann ganz schön hinterhältig sein. »Wenn die Pflicht ruft«, sagt er mir, »bleibt das Rad im Keller!« Und die Tagesrandtermine wurden wie von selbst immer mehr. Magisch, irgendwie. War denn das eine wirklich gute Idee? Eine RadReise soll es werden als Beginn einer neuen Mobilität? Als Pfadfinder bin ich ja gern und viel mit dem Rad unterwegs gewesen, keine Frage. Damals. Aber heute? Droht da ein Rückfall ins Infantile?

Es gehe gar nicht so sehr um konditionelle Fragen, wenn man behutsam anfange und eine Level 1 Reise buche, meinten meine Rad fahrenden Freunde und Bekannten. Der Gesäßmuskel sei der springende Punkt. Man stelle sich vor: Der Gesäßmuskel. Entgegen meiner Überzeugung, dass ohnehin alles »im Kopf« beginne, war ich plötzlich mit dem Gegenstück meines intellektuellen Stolzes konfrontiert.

Dennoch: Die Entscheidung war getroffen und die Suchspannung angeleiert. Jetzt mussten Ziele her [und ich hörte meinen inneren Schweinehund schon japsen vor Vergnügen]. Aus meinen Management-Kompendien weiß ich ja, dass der Unterschied zwischen einer Absicht und einem Ziel immer ein Termin ist. Die Verbindlichkeit zählt, der Weg, die Konsequenz. Und der Gesäßmuskel!

Radfahren ist zwar die schnellste Art der Fortbewegung, die dem Menschen »aus eigener Kraft« zur Verfügung steht, und man ist auf dem Rad auch tatsächlich und im besten Wortsinn »automobil«. Ich aber möchte meinen Alltag »entschleunigen« und die Ferien dazu benützen, mir in eine entspanntere Welt eine Brücke zu bauen und Wege zu ebnen und vielleicht sogar Serpentinen zu bezwingen, wenn es denn dem Ziele dient.

Eine RadReise kann man nicht aussitzen. Da kommt allerhand in Fahrt, ich sollte mich noch wundern. Aber das ist die nächste Geschichte. Der Ruf. Der Reisebeginn eines selbst ernannten Helden ...

 

Episode 2: Der Ruf

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